Homepage Altmark WikI Andere Über ein Gutshaus in Lindstedt Altmark WikI
Nach Buchstabe suchen
Alle | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Andere
Nach Kategorie suchen
[0] Aberglaube [0] | Flora und Fauna [8] | [0] Landwirtschaft [0] | Traditionen [1] | Wissenswertes [6] | Alle Kategorien [15]

Kategorie: Wissenswertes

Über ein Gutshaus in Lindstedt

Definition:
Das Gutshaus in Lindstedt, ist ein schlichter zweigeschossiger Fachwerkbau mit niedersächsischen Einflusses. Das Gebäude sollte 1946 vernichtet werden, da aber mehrere Flüchtlingsfamilien schon vor 1945 im Haus eine
Bleibe gefunden hatten, sah man von dem Vorhaben ab. Das Herrenhaus ist für das Adelsgeschlecht derer v. Lindstedt wohl als Folge des 1640 abgebrannten Vorgängers erbaut worden. Hofseitig hat sich die originale barocke Eingangstür über der Freitreppe aus Sandstein erhalten. Da das Gutsarchiv,
welches auf dem Dachboden gelagert war, 1945 von dem Amerikanern verbrannt wurde, ist die Bauzeit des Gebäudes für die erste Hälfte des 18. Jh.
angenommen worden. Dendroproben vom eichenen Pfettendachstuhl des Walmdaches ergaben das Fälldatum Winter 1704. Das schlichte Äußere setzt sich
auch im Inneren fort, überzeugt aber durch die weitgehend erhaltene Vollständigkeit der barocken Raumteile. Erschlossen wird das Gebäude durch das
Hauptportal, die oberen Räume erreicht man über eine seitliche Eichentreppe im Ostteil. Das schlichte Erscheinungsbild des Fachwerksgebäudes
wird durch die erstaunlichen Raumhöhen im Innern aufgehoben, ein herrschaftlicher Anspruch ist unverkennbar. Kamin, Türen, Dielung, sowie die Farbfassung
des sogen. Rittersaales im Obergeschoss sind bauzeitlich. Das Interieur ist trotz massiver Eingriffe weitgehend
erhalten geblieben. Vor 1990 nutzten die örtliche LPG und der Rat der Gemeinde Lindstedt den Gutshof, der heute als desolater Vierseithof noch besteht.
Nordöstlich am Hof ist ein mittelalterlicher Turmhügel mit einem Durchmesser von 20 m und einem fast verlandeten 5 m breiten Graben erhalten. In den 80er
Jahren wurde auf Wunsch der Gemeinde das Herrenhaus von der Denkmalliste gestrichen und war somit sofort den verschiedensten "Geschmacksrichtungen" ausgesetzt. So wurde u. a. die ca. 300 Jahre alte Linde vorm Haus entfernt und durch Obstbäume sowie andere regional untypische Gehölze der neuen Fassadegestaltung angepasst. Zuwegungen aus Beton entstanden und vierflügelige Fenster wurden gegen neue ausgetauscht sowie am Hauptportal sogar
durch bunte Glasbausteine ersetzt. Heute wohnt im Obergeschoss eine Familie, der übrige Teil wird durch einen Kindergarten genutzt. Mit der Wende
wurde das Herrenhaus wieder in die Denkmalliste aufgenommen und Ende der 90er Jahre ist die marode Dachdeckung durch eine neue Biberschwanzdeckung
ersetzt worden. Durch die Bodenreform ist der Hof dreigeteilt. In Folge einer Auktion ist vor kurzem ein Teil der dringend sanierungsbedürftigen
Wirtschaftsgebäude wieder weiterveräußert worden. Der neue Eigentümer strebt Reittourismus an. Das Herrenhaus hingegen gehört dem Treuhandnachfolger
und wird von der Gemeinde Lindstedt verwaltet. Ein Herrenhaus gleichen Bautyps, erfreulicher Weise von nachteiligen Überformungen verschont geblieben,


Hier steht dieses Gebäude noch heute und wird zurzeit als
Kindergarten benutzt.


Größere Kartenansicht
Referenz: Mit freundlicher Genehmigung von Ulf Frommhagen

Eingeschickt von Stand:
Dieser Eintrag wurde 10820 mal gelesen.

_MD_LX_BKMK_TO_BLINKLIST  _MD_LX_BKMK_TO_DELICIOUS  _MD_LX_BKMK_TO_DIGG  _MD_LX_BKMK_TO_FURL  _MD_LX_BKMK_TO_NEWSVINE  _MD_LX_BKMK_TO_SPURL  _MD_LX_BKMK_TO_YAHOO  _MD_LX_BKMK_TO_GOOGLE

Die hier veröffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschränkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.